„Wir sind für die große Hilfe und finanzielle Unterstützung unendlich dankbar. Dadurch eröffnen sich unserem Buben ganz neue Möglichkeiten und Perspektiven“, freuen sich Sebastians Großeltern Carola Lehner und Hannes Gruber.

„Wir sind überwältigt. Von so viel Hilfsbereitschaft hätten wir nicht zu träumen gewagt. Wir möchten uns bei allen, die unsere Aktion unterstützt haben, ganz herzlich bedanken“, sagen Sebastians Wahl-Großeltern Herta und Helmut Haberfellner.


Die Geschichte von Sebastian

Eine fast unglaubliche Spendenaktion

Sebastian Lehner ist sechs Jahre jung und wohnt in Karlsdorf (Bezirk Hollabrunn/ NÖ) in Österreich. Bei seiner Geburt lief nicht alles nach Plan. Die Nabelschnur wickelte sich um seinen Hals, die Sauerstoffversorgung war unterbrochen. Sein Leben verläuft nun anders. Ganz anders, als das seiner gleichaltrigen Kameraden.

 

Er kann körperlich nahezu nichts selbstständig machen. Er kann nicht selbst essen, trinken, nicht sprechen. Er kann sich auch nicht verständigen, wenn er sich verletzt hat und Schmerzen leidet. Er kann seinen Körper nur sehr begrenzt kontrollieren und sitzt im Rollstuhl. 

Glück im Unglück

Und dennoch: Er hat riesiges Glück im Unglück. Er hat Großeltern, die ihn sehr lieben. Sie haben Sebastian bei sich aufgenommen, nachdem seine Eltern mit der Situation überfordert waren.

 

Sie unternehmen fast nichts ohne ihn. Sie gehen mit ihm auf den Sportplatz, auf Feste, machen mit ihm Therapien und Urlaub. Sie sind so weit wie möglich selbst für ihn da, obwohl sie beide berufstätig sind. Eine treue Seele ist Nachbarin Binki, die sich um Sebastian kümmert, wenn die Großeltern einmal erst später heimkommen.

 

Sebastian ist daher ein fröhlicher Knabe geworden. Er lacht viel, weil seine Großeltern das Lachen nicht verlernt haben. Sie schenken ihm Freude, Glück und Geborgenheit. Sebastian liebt es, wenn sich Menschen mit ihm befassen. Und er ist ein wacher Knabe, der alles versteht. Er geht zur Schule und wird dort speziell betreut. Sebastian kann sich eben nur nicht verständigen, weil es ihm sein Körper nicht erlaubt. 


Freunde, warmer Tee und Kuchen zum Reisestart bei minus 13 Grad: Helmut und Herta Haberfellner (v. r.) machen sich für Sebastian Lehner (M.) auf die Reise, um Geld zu sammeln. 

Ein Computer, der spricht

Modernste Technologien können ihm allerdings ermöglichen, mit seinen Mitmenschen zu kommunizieren. Es gibt spezielle mobile Computer, die die Augenbewegungen erfassen. Man kann diese Spezial-Laptops sozusagen mit den Augen bedienen. Da diese Computer sogar über eine Sprach-Software verfügen, werden die eingegebenen Befehle vom Computer als Sprache ausgegeben. Wenig verwunderlich: Diese Geräte kosten viel Geld. Sogar sehr viel Geld. Nämlich knapp 24.700 Euro. Das ist einfach viel zu viel, um von den Großeltern finanziert zu werden. Noch dazu bauen sie ihr ganzes Haus behindertengerecht um.

 

Aber Sebastian hat doppeltes Glück: Seine Großeltern haben Freunde. Wahre Freunde, die es nur selten gibt. Sie sind für Sebastian zu Wahl-Großeltern geworden - Herta und Helmut Haberfellner. Sie lieben ihn ebenfalls, besuchen ihn oft und machen gemeinsame Ausflüge und Urlaub. Sie wollten es nicht hinnehmen, dass Sebastian das genannte teure Kommunikationsmittel zur Außenwelt verwehrt bleibt. 

Winterliche Radreise über die Alpen

Der sportliche Pensionist Helmut beschloss daher, eine Hilfsaktion für Sebastian zu organisieren. Er startete am 1. März 2018 bei eisigen Temperaturen und fuhr mit seinem Fahrrad durch Schnee und Regen nach Rom. Selbst den Rückweg absolvierte er teils mit dem Rad. Damit legte er mehr als insgesamt 2.000 Kilometer zurück. Seine Frau Herta begleitete ihn mit dem Auto, um Ersatzteile fürs Fahrrad zu transportieren und um bei jeder Etappe ein Quartier für die Nacht zu sichern.

 

Nur mit dieser ungewöhnlichen Reise konnte Helmut Haberfellner von der Öffentlichkeit verstärkt wahrgenommen werden, um Spenden sammeln. Nur so konnte er - dank reger medialer Berichterstattung und seines Facebook-Tagesbuchs - sehr viele Menschen und Firmen erreichen.


Spendenziel rasch erreicht

Schon bei der Rückkehr der Haberfellners aus Rom war klar: Das Ziel der langen Reise war auch finanziell erreicht. Im Rahmen eines großen Benefizfestes der Feuerwehr Guntersdorf wurde am 24. März verkündet, dass bereits über 25.000 Euro am Spendenkonto eingelangt waren.

 

Zudem wurde bekannt gegeben, dass weitere Einnahmen als Zuzahlung für den dringend nötigen barrierefreien Umbau des Badezimmers verwendet werden sollen. Immerhin wächst Sebastian und wird für seine Großeltern immer schwerer zu heben und zu pflegen. Ein Ende der Spendenaktion wurde für 31. März terminisiert. 

Zweite Welle der Hilfsbereitschaft

Daraufhin schwappte eine neuerliche Welle der Hilfsbereitschaft über. Die Realität hat alle Hoffnungen noch ein weiteres Mal getoppt. Im Rahmen einer Pressekonferenz am 6. April 2018 wurde das vorläufige Ergebnis der Spendenaktion bekannt gegeben. Demnach waren bis dahin 43.315,07 Euro am Spendenkonto eingegangen, weiter 4.000 Euro waren von Großspendern bereits fix zugesagt.

 

Damit war auch der avisierte Badezimmerumbau gesichert. Der Kostenvoranschlag für dieses Projekt lag bei 19.548,18 Euro. Als Förderung der öffentlichen Hand wurden bis dahin 2.250 Euro zugesagt, weitere Förderansuchen waren damals noch offen.

Zusätzlich wurde die Anschaffung eines Toiletten- und Duschstuhls im Wert von rund 2.500 Euro geplant.

Guntersdorfs Feuerwehr-Kommandant Harald Sebek, Sebastian Lehner und Helmut Haberfellner freuen sich beim Benefizfest über den ersten Erfolg der Spendenaktion. 

 Für die gute Sache unterwegs: Helmut mit seiner Frau Herta Haberfellner auf der Milvischen Brücke („Ponte Milvio“) in Rom.


11.300 Euro für künftige Projekte übrig

Im Laufe der folgenden Monate kamen noch kleinere Geldbeträge auf das Spendenkonto und die Förderzusagen von Bund und Land NÖ stiegen deutlich an. Insgesamt standen somit 56.040 Euro zur Verfügung. 44.748 Euro wurden bis zum 9. November 2018 für die genannten Projekte sowie zwei Fußknöchel-Orthesen zur Stützung der Muskulatur der Unterschenkel ausgegeben. Die genauen Beträge entnehmen Sie der unten stehenden Übersicht - sie wurden im Rahmen eines Pressegespräches am 9. November im Kellertriftheurigen Loiskandl in Grund der Öffentlichkeit präsentiert.

 

Bemerkenswert: Beim Umbau des Badezimmers sparten Sebastians Großeltern, indem sie sowie ihre Familie und Freunde einen Großteil der Arbeiten in Eigenregie durchführten. Aber auch Firmen halfen mit, wo es nicht anders ging: Der Hollabrunner Sanitärbetrieb Recher führte die Installationsarbeiten großteils kostenlos durch – nur das Material musste ganz bezahlt werden. Die Tischlerei Binder aus Guntersdorf machte die Trockenbau- und Tischlerarbeiten kostenlos. Rund 11.300 Euro lagen daher am 9. November noch am Spendenkonto. 

Spendenaktion nun offiziell beendet

Was soll mit diesem Geld geschehen? „Fix ist, dass auch die Rampen zum Wohnhaus breiter angelegt werden müssen“, sagt Helmut Haberfellner. „Er soll später als Erwachsener mit einem breiteren Rollstuhl überall hinkommen können.“

 

Weiterhin nötig sein werden Updates für den Sprachcomputer und entsprechende Schulungen für Sebastian – und irgendwann ein Nachfolgegerät. Auch sollen neue Therapien für Sebastian finanziert werden. „Wir haben die Hoffnung, dass dadurch ein wenig selbstständigeres Bewegen und vielleicht sogar ein bisschen Reden möglich werden“, blickt der Spendenradler in die Zukunft. Das Geld werde sicher eine gute Verwendung für Sebastian finden.

 

Die Spendenaktion sei nun jedenfalls abgeschlossen, so Haberfellner, der die ordnungsgemäße Ausgabenverwendung weiterhin kontrollieren wird.

 

Die vorliegende Spenden-Website www.spendenfahrt.at, auf der die Mittelverwendung bislang öffentlich dokumentiert wurde, soll nach Jahreswechsel aufgelassen werden. 


Glücklich und dankbar über die hohe Spendenbereitschaft der Österreicher: Helmut (r.) und Herta (l.) Haberfellner sowie Sebastian Lehner mit seinen Großeltern Carola Lehner und Hannes Gruber.

Spenden ohne Spesen

Die Spendeneinnahmen gingen übrigens zur Gänze an Sebastian. Sämtliche Aufwände für die Spendenfahrt wurden von den Unterstützern des Projektes getragen. So haben etwa die Haberfellners ihre Reise selbst finanziert.

 

Die mediale Betreuung und die Erstellung der Website wurde von der Hollabrunner Werbeagentur Schnurstracks Kommunikation übernommen. Diverse Drucksorten wurden vom App-Betreiber NoHandicap.eu finanziert. Das Benefizfest wurde von der Feuerwehr Guntersdorf und deren Sponsoren getragen.


Zusammenfassung der Mittelverwendung*

 Stand 9. November 2018

Einnahmen  
Spendeneinnahmen 47.790 € 
Förderung für Badumbau (Bund & Land) 8.250 €
Summe 56.040 €
Ausgaben  
Sprachcomputer 20.659 € 
Barrierefreies Badezimmer 20.640 €
Toiletten-/Duschstuhl 2.250 €
2 Fußknöchel-Orthesen** 1.199 €
Summe 44.748 €

Verfügbarer Betrag für künftige Anschaffungen für Sebastian: 11.292 €

* auf ganze Euro-Beträge gerundet

** Stützen für Muskulatur der Unterschenkel


Wir danken allen Medien, die über unsere Aktion berichtet  haben!

Wir danken speziell den folgenden Medien für die kostenlose Begleitung unserer Aktion:


Wir danken unseren Großspendern!





Freiwillige Feuerwehr Guntersdorf

Kuss Verein Fahndorf

Janda & Wanasek GmbH

Union Eislaufverein Schöngrabern

LEO Club Wels

Landesberufsschule Waldegg

Kiwanis Club 

Gerald & Andrea Hass